Von der Schule zur Glaceproduktion

Das Interesse an der Naturwissenschaft und die Liebe zum guten Essen haben Nicole Nussbaumer dazu gebracht, nach mehreren Jahren als Primarlehrerin ein Studium zur Lebensmittelingenieurin zu absolvieren.

Eveline Moser. Wenn der 15-Liter-Chargenfreezer beim Glacehersteller Mister Cool AG in Zuchwil besondere Glacesorten für Kunden herstellt, ist Nicole Nussbaumer als Produktionsleiterin oft ganz nah dabei. Auch neue Rezepturen probiert sie mit dem Gerät aus, wie beispielsweise Grünteesorbet oder Glace aus roten Bohnen. «Diese Entwicklungsaufträge machen mir am meisten Spass», sagt die Lebensmittelingenieurin. Besonders in der Hochsaison eilen Neuentwicklungen oft so sehr, dass Überstunden vorprogrammiert sind. Gegen Herbst bleibt dann wieder mehr Zeit für anderes. Zum Arbeitsalltag von Nicole Nussbaumer gehört nämlich auch die Leitung der Qualitätssicherung. «Alle Formulare für die verschiedenen Zertifizierungen laufen über meinen Schreibtisch», sagt sie. Und weil Mister Cool ein kleiner Betrieb mit acht Mitarbeitern ist, hilft sie überall mit, wo Not an der Frau ist.

Die frühe Liebe zu Lebensmitteln

Das Studium in der Lebensmittelbranche war nicht die erste Ausbildung der 41-jährigen Ingenieurin. Als Lehrerin unterrichtete sie mehrere Jahre an verschiedenen Primarschulen. Weil die Vielfältigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Beruf beschränkt sind, kam Nicloe Nussbaumer über die akademische Berufsberatung auf die Idee, an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL) in Zollikofen Lebensmittelingenieurin zu studieren. «Schon als Zehnjährige habe ich den Grosseltern zu Weihnachten einen Käse gemacht», erklärt sie ihre alte Liebe zur Naturwissenschaft und zum Essen.

Als Studentin auf dem zweiten Bildungsweg erlebte Nicole Nussbaumer den Studienalltag an der SHL erfreulich gut. Nur zu Beginn gab es erstaunte Blicke, dass sie, älter als die Mitstudenten – ausser einer weiteren Frau alles junge Käser – und verheiratet, überhaupt nochmals studieren wollte.

Neue Geschmacksrichtungen austüfteln

Die jetzige Arbeit gefällt Nicole Nussbaumer gut. «Ich sehe in alle Bereiche des Betriebes, das ist interessant. Später würde ich mich am ehesten im Entwicklungsbereich sehen. Ich liebe das Ausprobieren.» Von ihrer früheren Arbeit vermisst sie lediglich manchmal die Wissenvermittlung. Aber die liesse sich in Zukunft vielleicht auch mit dem Lebensmittelbereich verbinden.

Wenn Nicole Nussbaumer abends nach Hause kommt, entspannt sie sich mit viel Bewegung, zum Beispiel beim Orientierungslauf oder auf ihrem neuen Mountainbike. So kann sie sich am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder motiviert an neue Glacerezepturen wagen.


Eveline Moser

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