Humanbiologie war mein Lieblingsfach
Wenn sich Menschen auch unter widrigen Umständen und mit einfachsten Infrastrukturen dennoch voll für Kinder engagieren, beeindruckt dies Janny Vedder. Die Expertin für Babyfood arbeitet bei der Nutricare AG.
Hans Peter Schneider. «Wir Holländer gehen mittags nicht nach Hause um zu essen», sagt Janny Vedder. Unbeirrt der vorgerückten Mittagsstunde erzählt die 45-jährige Nutrition-Marketingverantwortliche für Babyfood bei der Exportabteilung Nutricare in Hochdorf von ihrer Schulzeit, der Karriere und ihrer jetzigen Tätigkeit. Seit einem Jahr arbeitet Janny Vedder nun beim Zentralschweizer Babynahrungsmittelhersteller. Doch schon vorher war Vedder fasziniert, wie Babys zu Kindern und zu jungen Menschen heranwachsen. Der Einfluss der Ernährung auf die menschliche Entwicklung sah die passionierte Joggerin schon während der Schulzeit als zentral an. Als 17-jährige Jugendliche wusste sie, dass ihr späteres Berufsziel irgend etwas mit Gesundheit, Menschen aber auch der Ernährung zu tun haben muss, umso mehr als dass Humanbiologie ihr Lieblingsfach war. So startete Janny Vedder nach der Mittelschule die Ausbildung zur Diätberaterin.
Ist denn jeder krank?
Nach Jahren der Arbeit mit erwachsenen Patienten in einem holländischen Universitätsspital und dann im Kinderspital, fragte sich die Ernährungsfachfrau, ob denn nun wohl jeder krank sei und kam zum Schluss, dass eine Veränderung wohl gut täte. So arbeitete Janny Vedder 15 Jahre in der holländischen Molkerei Friesland Foods, bis das Angebot von der Hochdorf Nutricare AG kam. Wenn Janny Vedder nicht in Hochdorf Marketingprojekte bearbeitet, mithilft, Produkteentwicklungen zu kreieren oder Meetings mit Kunden hat, ist die Mitvierzigerin, die Bücher über Kultur und Geschichte fremder Länder liebt, auf Geschäftsreisen. So besucht Vedder Ärzte und Ernährungsverantwortliche zum Beispiel in China oder Osteuropa, wo Nutricare mit den eigenen Marken Babina bzw. Alpen erfolgreich Produkte lanciert hat.
Achtung vor selbstlosen Ärzten
Gewaltigen Eindruck machen der Marketingfrau Ärzte, wie etwa jene zwei, die im Spital von Brasov, Rumänien, für ein Produkt einen Anwendungstest machen und mit einfachster Infrastruktur das Möglichste tun, aber das Beste für Kinder herausholen. Die Holländerin ist manchmal erstaunt, wie sich Ärzte beispielsweise in Afrika oder Asien, angesichts der immensen Zahl von Kindern, die Hilfe brauchen, aufopfern. Alles aus Hingabe und Berufung, wie sie sagt. Da werde einem der Unterschied zu Westeuropa, wo doch alle ein wenig verwöhnt mit technologischen Möglichkeiten sind, wieder einmal bewusst.
Ein Anliegen ist der, wie sie sagt, kinderlos gebliebenen Frau, auch wenn sie für das Babyfood-Unternehmen arbeitet, dass Stillen für Babys die beste Wahl ist. «Aber wenn das nicht geht, muss ausgeglichene Babynahrung vorhanden sein und auch Fachleute, die Ärzte unterstützen können. Die Ernährungsfachfrau ist froh, dass sie neben dem kommerziellen Aspekt ihres Berufes mit ihren Kenntnissen auch einen kleinen Teil zu einem besseren Leben für Kinder in der ganzen Welt beitragen kann.
Hans Peter Schneider
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