Lieber Qualität statt Quantität

Dank dem 50%-Pensum als Projektkoordinatorin Industry-Intercompany hat Luana Cresta neben ihrer Arbeit noch Zeit für ihre Kinder und erreicht das Gleichgewicht zwischen Familien- und Arbeitsleben.

In meinem Job als Projektkoordinatorin Industrie-Intercompany bei der Wander AG geht es vor allem um die Koordination von internationalen Projekten. Ich bin Kontaktstelle zwischen Kunde, Produktion und Lieferanten. Im Industrie-Bereich werden unsere Industrieprodukte wie Malzextrakt, kakaohaltige Getränkepulver, isotonische Getränkepulver und Riegel an Dritte verkauft. Im Intercompany-Bereich werden unsere Marken-Produkte Ovomaltine, Caotina und Options an unsere Schwesterfirmen in Europa geliefert.

Im Moment beschäftigt mich gerade die Design-Umstellung der Ovo-Produkte für Frankreich und die Einführung einer neuen Dose, die stabiler als die bisherige ist. Alle Aktivitäten zu koordinieren – vom Druck der neuen Packmaterialien über die Anlieferung der neuen Flaschen bis zur Umstellung in der Produktion – ist meine Aufgabe. Da ich aber eine Teilzeitstelle habe und nur von Mittwoch bis Freitag arbeite, ist dies nicht immer einfach. Als Projektleiterin ist es eine grosse Hürde, nicht ständig verfügbar zu sein.

Die Arbeit ganz zu unterbrechen, wäre für mich kaum denkbar. Durch mein 50%-Pensum erreiche ich die richtige Balance zwischen Familien- und Arbeitsleben; dadurch fühle ich mich ausgeglichen. Deshalb bin ich sehr froh, dass Wander mir die Möglichkeit gegeben hat, Teilzeit zu arbeiten. Da die Grosseltern im Tessin leben, bin ich vollständig auf die Krippe angewiesen. Die Kinder gehen zum Glück gerne dorthin. Es hat viele andere Kinder, mit denen sie spielen können, und die Betreuerinnen organisieren immer wieder spannende Aktivitäten für sie. Ich denke nicht, dass die Familie dadurch zu kurz kommt. Lieber Qualität als Quantität – das trifft für mich auch auf die Beziehung mit meinen Kindern zu. Auch im internationalen Markt ist die richtige Qualität wichtig. Von Neuenegg aus liefern wir Produkte in unzählige Länder. Fast jedes Land hat spezifische Anforderungen an die Rezeptur und Verpackung der Produkte. In England wird beispielweise hauptsächlich Ovopulver konsumiert, das man mit Wasser anrührt, während in der Schweiz Ovomaltine in die Milch gehört.

Für viele Projekten ist mein wissenschaftlicher Background hilfreich. Probleme in Zusammenhang mit Produktionsprozessen, Zutatenlisten oder landesspezifischen Verordnungen kenne ich noch aus Sicht der Lebensmittelwissenschaft. Ich merke auch bei Sitzungen, dass ich viele Situationen aus einer anderen, vielleicht produktnäheren Perspektive betrachte. Das ist gut für die Zusammenarbeit, wenn jeder sein Fachwissen einbringt. Den Job als Koordinatorin mache ich erst seit Anfang 2007. Zuvor war ich in der Produktentwicklung tätig. Diese Berufsrichtung war vom Tätigkeitsfeld näher bei meinem Lebensmittelingenieurstudium an der ETH Zürich. Der Weg dorthin verlief ziemlich geradlinig: Nach dem Gymnasium ging ich auf die Berufsberatung. An der Richtung Wissenschaft gab es gar nichts zu rütteln. Aber Fächer wie Mathematik oder Physik waren mir zu abstrakt; ich brauchte etwas zum «Anfassen». Als ich über Lebensmittelwissenschaften gelesen habe, schien das für mich eine gute Kombination meines Interesses fürs Kochen und der Wissenschaft. Moritz Vifian


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