Sich als Teil der Unternehmung sehen

36 von 45 Milchtechnologen und Milchpraktikern der Berufsfachschule Emmental haben die Lehrabschlussprüfung bestanden. Die Feier der Erfolgreichen fand in Affoltern statt.

36 von 45 Milchtechnologen und Milchpraktikern der Berufsfachschule Emmental haben die Lehrabschlussprüfung bestanden. Die Feier der Erfolgreichen fand in Affoltern statt.

Ein gelbes Trikot auf der Bühne des Affolterer Schulhauses zeigte den 36 jungen  Berufsangehörigen ­symbolisch, dass sie einen «Bergpreis» errungen hatten. Neun junge Leute wurden für ihre sehr gute Prüfung ausgezeichnet, zwei unter ihnen erhielten eine geschnitzte Wanduhr für die hervorragenden Durchschnittsnoten 5,7 und 5,8.

Im Kanton Bern würden 90 bis 95 Prozent der Jugendlichen mit einem Lehr- oder einem Mittelschulabschluss ins Erwerbsleben einsteigen, stellte Markus Leuenberger, Präsident des Bernischen Käservereins, fest. Der Kanton Bern weise schweizweit die tiefste ­Jugendarbeitslosigkeit auf und könne sich auch im internationalen Vergleich sehen ­lassen. Das zeige, dass fundierte Aus- und Weiterbildung nach wie vor das beste Rückgrat für den Erfolg im Beruf sei.

Als Rednerin war die Berufsschullehrerin und Motivatorin Sandra Kobel engagiert. Unterhaltsam, frei von der Leber, zeigte sie auf, wie wichtig es ist, die Jugendlichen für den Beruf zu motivieren. Sie habe festgestellt, dass in der heutigen Zeit der «Büezer» fehle, welcher bei seiner Tätigkeit mitdenke, Verantwortung für die getane Arbeit übernehme und sich als Teil der Unternehmung sehe. «Hier liegt die Stärke – eure Stärke – und ein grosses Potenzial für die Zukunft», sagte sie.

Ihr Weg führte die gelernte Kindergärtnerin und Bäckerstochter aus dem Emmental an die Berufsschule für Baufachleute in Frutigen. In einem Zehn-Mann-Baubetrieb in Krauchthal wollte sie ein einmonatiges Praktikum absolvieren – und blieb mehrere Jahre lang dort stecken. Mit Feuer und Flamme mischte sie sich unter Maurer und Poliere. Nach mehrjähriger Berufserfahrung und ­Berufsbildnerschulungen für Zimmerleute, Schrei­ner und Maurer kehrte sie schliesslich an die Berufsschule zurück.


Liselotte Jost-Zürcher

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Kommentare

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