Am Welt-Milchmarkt zeigen die Stützungsmassnahmen Wirkung
Magermilchpulver kostet fob Ozeanien wieder 2000 Dollar pro Tonne - In der EU wurden 250 000 t des Interventionsprodukts vom Markt genommen.
Der spätere Abverkauf von Trockenmilch und Butter könnte die weitere Preiserholung bremsen - In den Vereinigten Staaten schrumpft das Milchaufkommen durch eine freiwillige Schlachtaktion - US-Agrarressort rechnet in der EU trotz Quotenaufstockung nicht mit höherem Milchaufkommen An den internationalen Milchmärkten haben sich die Preise auf niedrigem Niveau gefangen. Seit April 2009 pendelt der Preis für Magermilchpulver fob Ozeanien um die Marke von 2 000 $/t (1 406 Euro). Über den Winter waren am Weltmarkt zeitweise weniger als 1 800 $/t (1 264 Euro) für Trockenmilch bezahlt worden.
Die Preisstabilisierung bei diesem Leitprodukt führt man in Washington einerseits auf eine in wichtigen Verbraucherländern zumindest leicht anziehende achfrage zurück. Zudem greifen laut US-Agrarressort mittlerweile die zur Marktentlastung eingeleiteten Maßnahmen. Im Januar ist in der EU die Stützungsmaschinerie mit der privaten Lagerhaltung von Butter angelaufen; seit März werden Butter und Magermilchpulver interveniert. Bis Ende Juli wurden in der EU annähernd 83 000 t Butter und mehr als 250 000 t Magermilchpulver in die staatliche Lagerhaltung übernommen. In den Vereinigten Staaten wurden bis Mitte August 126 000 t Trockenmilch aufgekauft. Sobald diese Mengen mit Zeitverzug wieder auf den Markt kommen, könnte dies die weitere Preiserholung aber bremsen, heißt es im jüngsten Halbjahresbericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums zum Welt-Milchmarkt. Auch an den internationalen Terminmärkten geht es mit den Milchpreisen nach oben. An der Leit-Börse in Chicago hat sich der vordere Kontrakt auf „Milk Class III“ seit dem Mitte Juli markierten Jahrestief um mehr als 12 % auf 2,60 $/cwt (19,5 Cent/kg) verteuert. Für Verarbeitungsmilch zur Abrechnung im August 2010 mussten in Chicago zuletzt 15,45 $/cwt (23,9 Cent/kg) angelegt werden. Das US-Agrarressort verweist in seinem Bericht auch auf den selbst für Marktexperten überraschenden Preissprung bei der letzten Vollmilchpulverauktion beim neuseeländischen Branchenführer Fonterra, wo die Preise im Mittel um mehr als ein Viertel auf 2 301 $/t (1 616 Euro) nach oben geschossen sind. Am Heimatmarkt erwartet das US-Agrarressort für das laufende Jahr eine mit 85,4 Mio t rund 0,9 % niedrigere Milchproduktion als 2008. Zu Jahresbeginn hatte man noch ein Milchaufkommen von 86,8 Mio t für möglich gehalten. Die freiwillige Schlachtaktion für Milchkühe hat ihre Wirkung bislang nicht verfehlt: Der Milchkuhbestand in den USA soll 2009 gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % auf 9,20 Millionen Tiere dezimiert werden, nachdem die Herde zuvor über Jahre immer weiter aufgestockt worden war.
Exportmärkte als Vermarktungsventil
In der Europäischen Union sollen die Milchanlieferungen an die Molkereien im Jahresvergleich unverändert bei 134,3 Mio t liegen, obwohl die Anhebung der Milchquote eine Produktionsausdehnung
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