Milchwerke fusionieren
Fusionitis im Allgäu. Gleich drei Milchverarbeitungsbetriebe wollen fusionieren. Wirtschaftlicher Druck ist ausschlaggebend.
Molkereiwirtschaft in Deutschland
Das Allgäuer Emmentaler Werk Kimratshofen, das Milchwerk Hawangen und die Molkereigenossenschaft Erkheim wollen fusionieren. Wie Gerhard Miller, Vorstandsmitglied der Molkerei Erkheim, gegenüber top agrar erklärte, werden in dieser Woche alle drei Molkereien in ihren Generalversammlungen über die Fusion entscheiden. 75 % der Mitglieder der Genossenschaftsmolkereien müssen sich für die Fusion aussprechen.
Überschüssige Milch bisher nach Italien verkauft
Grund für den Zusammenschluss sei in erster Linie der wirtschaftliche Druck, da vor allem die Absatzmärkte der Milchwerke Hawangen und der Molkerei Erkheim stark eingebrochen seien. Beide produzieren überwiegend Chester-Käse und vermarkten die überschüssige Milch nach Italien. Doch der Italienmarkt ist weitgehend zum Erliegen gekommen und die Preise für Chester-Käse sind deutlich zurückgegangen. "Zudem ist der Chester-Käse als Einschmelzungsprodukt weltweit verfügbar, so dass wir unter enormen Wettbewerbsdruck stehen", sagt Gerhard Miller.
Mit dem Fusionspartner aus Kimratshofen wollen sich die Molkereien hinsichtlich ihrer Produktpalette breiter aufstellen und die Käsespezialitäten weiter ausbauen sowie evtl. auch im Trinkmilchbereich aktiv werden. Durch die breitere Produktpalette sollen die Molkereien gemäss eigenen Angaben auch nicht mehr so anfällig für Preisschwankungen werden.
330 Mio. Kilo Milch
Die neue Molkerei würde auf eine Anlieferungsmenge von rund 330 Mio. kg kommen. Rund ein sechstel der Erkheim-Lieferanten war bereits vor der geplanten Fusion zur Omira nach Ravensburg gewechselt. hps
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