News vom 17.08.2009

Preise für Grundnahrungsmittel könnten wieder steigen

Die Preise für viele Grundnahrungsmittel könnten schon bald wieder steigen. Aber nicht mehr auf das Niveau von 2007/08 kommen.

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) dürften in den kommenden zehn Jahren die Preise für Grundnahrungsmittel wieder steigen, dabei aber wahrscheinlich nicht mehr an die 2007/08 markierten Rekordstände heranreichen. Nach den Anstiegen Ende 2007 und Anfang 2008 haben die Preise für viele Nahrungsmittel inzwischen einen Wendepunkt erreicht, schreiben die Organisationen OECD und FAO in einem gemeinsamen Ausblick auf die Agrarmärkte.

Wann die Preise aus dem «Tal der Tränen» kommen, dürfte entscheidend davon abhängen, wie schnell sich die Weltwirtschaft von den Folgen der Finanzkrise erholt. Im Einzelnen erwarten OECD und FAO eine Erhöhung der durchschnittlichen Getreidepreise um real 10 % bis 20 %. Dabei dürfte sich Mais stärker verteuern als beispielsweise Weizen, da immer größere Mengen von dem Grobgetreide versprittet werden. Das Preisniveau für Pflanzenöle soll sogar um 30 % übertroffen werden, da die Nachfrage der Lebensmittelindustrie ebenso schnell wächst wie der Rohstoffbedarf der Biodieselhersteller.


Die Entwicklung bei den Pflanzenölen begünstigt auch den Milchmarkt. Das größte Preispotential sehen die Experten von FAO und OECD auf Sicht von zehn Jahren bei der Butter, da bei dem tierischen Fett ebenso wie bei den Pflanzenölen eine Verbindung zur „Energieschiene“ besteht. Dadurch könnte es mit den Weltmarktpreisen für Butter um inflationsbereinigte 12 % nach oben gehen. Bei Käse und Magermilchpulver dürfte der Zuwachs deutlich darunter liegen, nämlich bei 5 % bzw. knapp 2 %. Einzig bei rotem Fleisch ist man bei FAO und OECD skeptisch, was die Preisentwicklung in den kommenden zehn Jahren angeht. Unter Berücksichtigung der Geldentwertung sollen die mittleren Preise im Prognosezeitraum 2009 bis 2018 um 5 % bei Schweinefleisch respektive 11 % bei Rindfleisch unter dem Durchschnittsniveau 1997 bis 2006 liegen. Insbesondere hochpreisiges Rindfleisch dürfte durch günstigere Eiweißträger wie Geflügel ersetzt werden, was einem Preisanstieg in den nächsten Jahren enge Grenzen setzt. pd/hps



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