News vom 20.08.2009

Jede dritte deutsche Molkerei ist ein Wackelkandidat

Ein Drittel der deutschen Molkereien steht wirtschaftlich auf schwachen Beinen. Der angestrebte hohe Erzeugerpreis geht zulasten der Eigenkapitalbildung

Eine Branchenstudie der Unternehmensberatung Munich Strategy Group (MSG) untersuchte 80 Milchverarbeiter auf ihre Ertragskraft und strategische Ausrichtung. Das Ergebnis deckt erhebliche Defizite auf. Besonders die Genossenschaften sind für den erwarteten Ausscheidungswettbewerb offenbar schlecht gerüstet. Sie erzielen laut MSG im Vergleich zu mittleren und großen Privatmolkereien nur eine unterdurchschnittliche Rentabilität. Die Ursache ist, dass die Genossenschaften ihren milchliefernden Mitgliedern einen möglichst hohen Erzeugerpreis bieten wollen. Das geht häufig zulasten der Eigenkapitalbildung. Unter den zehn ertragsstärksten deutschen Molkereien ist daher nicht eine Genossenschaft.

Laut MSG erzielen über 30% aller untersuchten Unternehmen nur ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von unter 1% des Umsatzes. Sie sind hochgradig abhängig von Preisschwankungen, einzelnen Großkunden und der Politik. Als Erfolgsrezept empfehlen die MSG-Berater eine Konzentration auf Kernkompetenzen und Nischen, eine Internationalisierung und eine Optimierung des Produktportfolios. Mindestens eine dieser strategischen Ausrichtungen fanden die Experten bei jeder der zehn besten deutschen Molkereien. Unter den Top Ten, die von der MSG nicht namentlich genannt werden, sind fünf Mittelständler. Daraus leiten die Berater ab, Größe allein sei für den unternehmerischen Erfolg nicht entscheidend, sondern die strategische Ausrichtung. aiz/hps



Zrück  Zur Übersicht

ANUGA FOOD TEC

Werbung

Online Archiv

Alimenta-Archiv Online Archiv

Abonnenten finden alle Artikel der letzten Ausgaben im Online Archiv.

Die aktuelle Ausgabe


7.2.2012 | 03

ISM Köln
Treffpunkt für süsse Geschäfte

Eugenio Simioni
«Nestlé Schweiz hat drei Milliarden investiert»

Hygiene
Prozesssicherheit schafft Qualität

Leserumfrage 2011