Frankreich: Kritik an Milchpreisempfehlung
Die französische Wettbewerbsbehörde hegt gegen das neue Modell der interprofessionellen Milchpreisempfehlung rechtliche Bedenken.
EU-Milchpolitik
In einer Stellungnahme warnt die Behörde, eine Vereinbarung wie sie im Juni 2009 in der Interprofession CNIEL getroffen worden sei, könnte gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstossen. Das Abkommen, das unter Beteiligung des Landwirtschaftsministeriums zustande kam, sieht Zielpreise und drei Marktindikatoren vor. Nach Auffassung der Wettbewerbsbehörde ist die Milchpreisempfehlung aber ohnehin nicht der ideale Weg aus der Milchkrise, weil sie angesichts der internationalen Konkurrenz ineffizient sei.
Statt einer Preisempfehlung schlägt die Wettbewerbsbehörde mehrjährige Lieferverträge zwischen Produzenten und Verarbeitern vor, wie der Agrarpressedienst AIZ schreibt. Die Kontrakte sollen Mengen, Preise und Bedingungen für deren mittelfristige Entwicklung sowie Qualitätskriterien vorgeben. Sie könnten sich vor allem auf Milch konzentrieren, die zu Konsumprodukten verarbeitet wird, und somit preisstabiler sei als die Basiserzeugnisse Butter und Magermilchpulver, so die Behörde. Damit die Milchviehhalter eine ausreichende Verhandlungsmacht gegenüber den Molkereien erreichen, die in Frankreich überwiegend Privatunternehmen sind, sollen sie sich in Genossenschaften oder Vermarktungsorganisationen zusammenschliessen. Dazu hält die Wettbewerbsbehörde eine Lockerung der EU-Vorschriften für die Bildung von Erzeugergemeinschaften nach dem Vorbild des Obst- und Gemüsesektors für wünschenswert. Auch Frankreichs Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire hatte sich kürzlich für langfristige Lieferverträge zwischen Milchproduzenten und der verarbeitenden Industrie ausgesprochen.lid
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