Was würden Sie wählen: Bio- oder Gentechbrot?
Ein Sozialwissenschaftler der ETH Zürich hat ein aussergewöhnliches Feldexperiment mit gentechnisch verändertem Mais gemacht. Mit erstaunlichem Resultat.
Gentech…
Philipp Aerni, Oberassistent an der Professur Agrarwirtschaft, wollte herausfinden, ob Schweizer Konsumenten Gentechprodukte akzeptieren. In Bern, Biel, Lausanne und an zwei Standorten in Zürich baute sein Forscherteam Verkaufsstände auf. Dort boten sie drei Sorten Maisbrot an: Eine aus biologischen, eine aus konventionellem und eine aus gentechnisch verändertem Mais. Die Sorten waren klar deklariert, die Preise und das Verkaufspersonal wurden variiert. «Zwischen dem, was die Leute sagen und dem, was sie an unserem Marktstand entschieden haben, besteht eine Kluft», sagt Aerni gegenüber der ETH-Zeitung.
Durchschnittlich 23 Prozent der Konsumenten hätten mindestens ein Gentech-Brot gekauft. Jene, die Bio statt Gentech kauften, konnten dies nicht genauer erklären. «Das Wort Gentech ist negativ besetzt. Das ist der einzige erkennbare Ansatz», sagt Aerni.
Ausserdem wurde den Kunden nach dem Brotkauf ein Couvert mit einem Fragebogen zu ihrem Abstimmungsverhalten bei der Gentech-Moratoriums-Initiative von 2005 gegeben. Die Forscher wollten herausfinden, ob zwischen dem Abstimmungs- und Kaufverhalten Zusammenhang besteht. Gemäss dem Versuch der ETH besteht er nicht: Die Hälfte der Konsumenten, die am Stand ein Biobrot kauften, waren gegen die Initiative. Die Mehrheit, die ein Gentechbrot kaufte, war für die Initiative. lid
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