News vom 19.01.2010

Deutsche Molkereien prüfen Sicherheitsnetz für Milchmarkt

Die deutsche Milchbranche diskutiert über ein Sicherheitsnetz für den freien Milchmarkt nach der Aufhebung der Quote.

Grosse Preisschwankungen sind nach Einschätzung der Milchindustrie auch nach dem Ende von Milchquote und Exporterstattungen auf dem Milchmarkt vorhersehbar, schreibt agrarzeitung.de. Die Milchindustrie prüft nun, in wie weit sie in Angebotsspitzen Milch einlagern kann und damit ein Sicherheitsnetz für die Erzeuger spannt. «Für große Unternehmen ist es kein Problem Milchpulver einzulagern. Wir müssen sehen, ob kleinere Molkereien dafür zusammen arbeiten können», sagte der Vorsitzende des Milchindustrieverbandes (MIV), Karl-Heinz Engel, am 19. Januar während des «Milchpolitischen Frühschoppens» in Berlin.

In einer «High-Level-Group» macht sich die EU-Kommission in Brüssel unterdessen Gedanken, wie künftig Milchkontrakte in Europa aussehen könnten. Staatliche Vorschriften für Vertragsbeziehungen nach Auslaufen der Milchquote lehnt der MIV jedoch ab. «Wir brauchen keine staatlichen Regelwerke», sagte Engel. Es werde sich ein bunter Mix aus Vertragsbeziehungen hinsichtlich Menge, Laufzeit und Preis entwickeln. Engel räumte ein, dass die Milchbranche bisher zu wenig Energie in hohe Wertschöpfung und Markenprodukte stecke. «Der Anteil der Marken lässt sich steigern, wenn wir in Produktentwicklung investieren», sagte er. Dafür müssten die genossenschaftlich organisierten Milchproduzenten bereit sein, mehr Geld in die Hand zu nehmen. lid



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