SALS kritisiert Freihandelsstudie - und rechnet falsch
Die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS) kritisiert eine Studie der ETH Zürich und der HTW Chur über die Auswirkungen eines Freihandelsabkommens auf die Schweizer Nahrungsmittelindustrie. Und verrechnet sich dabei.
Die Studie komme zum Schluss, dass mit Agrarfreihandel die Rohstoffpreise für die Nahrungsmittelindustrie um 30 Prozent sinken würden, die Konsumentenpreise aber nur um 10 Prozent, schreibt SALS. Deshalb müsse davon ausgegangen werden, "dass die Grossverteiler und die Verarbeitungsindustrie sich die übrigen 20 Prozent der Marge aufteilen wollen." Einmal mehr solle auf dem Rücken der Bauern und der Konsumenten Profit geschlagen werden.
Das ist Unsinn: 30 Prozent günstigere Rohstoffe bedeuten nicht automatisch 30 Prozent günstigere Konsumentenpreise - sonst wäre der Rohstoffanteil an den Endprodukten ja 100 Prozent. Die Studie hält viel mehr fest, dass die günstigeren Rohstoffpreise "gemeinsam mit Effizienzsteigerungen innerhalb der Wertschöpfungskette" zu einem durchschnittlichen Rückgang der Nahrungsmittelpreise um 10 Prozent führen würde.
wy
SALS-Mitteilung
ETH-HTW-Studie
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