Bund zieht beim Käsefreihandel eine positive Bilanz
Die offenen Grenzen für Käse zwischen der Schweiz und der EU haben zwar für mehr Importdruck und rascheren Strukturwandel gesorgt. Sie haben aber auch zu einer höheren Käseproduktion und mehr Exporten, zu einer grösseren Produktevielfalt und zu günstigeren Preisen geführt.
Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Forschungsinstituts BAKBASEL im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft. "Eine anhaltende Abschottung hätte zu keiner besseren wirtschaftlichen Situation geführt als mit Freihandel", schreibt das BLW dazu.
Gemäss der Studie ist es durch den Käsefreihandel auf dem heimischen Markt zu keiner Verdrängung der Hersteller gekommen. Die steigenden Importe konnten die Schweizer Produzenten mit Verkäufen in die EU sogar mehr als kompensieren. Tendenziell verkauft die Schweiz eher teureren Käse. Günstigere Produkte und Industriekäse werden importiert.
Im vergangenen Jahr hat die Schweiz rund 11 000 Tonnen mehr Käse in den EU-Raum exportiert als importiert. Wie die Studie zeigt, konnte seit der Einführung der ersten Liberalisierungsschritte im Jahr 2003 der stetige Rückgang der Handelsbilanz in den 1990er Jahren aufgehalten werden.
Im Jahr 1990 hatte die Schweiz noch 35 500 Tonnen mehr Käse ausgeführt als eingeführt. Allerdings wurden die Exporte damals vom Bund subventioniert. Heute gibt es keine Exportsubventionen mehr.
Vom Trend nicht profitieren konnte der Emmentaler: Von 2003 bis 2011 brach die Exportmenge um 32 Prozent ein. Alle anderen Käsesorten zusammen legten im gleichen Zeitraum beim Export um fast 100 Prozent zu. Insbesondere Frisch- und Halbhartkäsesorten füllten die Lücke, die der Emmentaler hinterliess.
Insgesamt haben die Schweizer Hersteller zwischen 2003 und 2011 mehr Käse produzieren können - rund 1,4 Prozent mehr pro Jahr. Ebenfalls gestiegen ist der Käsekonsum in Inland. Als Hauptgrund nennt die Studie das breitere Angebot beim Käse. Dieses ist einerseits durch neue ausländische Käsesorten grösser geworden. SDA/wy
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