News vom 09.06.2009

Milchkonsum wird steigen

Schwellenländer und H-Milch sind die entscheidenden Faktoren für eine jährliche Wachstumsrate des Milchkonsums von durchschnittlich 2,2 Prozent bis 2012. Dies belegt der neue Tetra Pak-Milchindex.

Der weltweite Konsum von Milch und anderen flüssigen Milchprodukten wird in den nächsten drei Jahren voraussichtlich mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von durchschnittlich 2,2 Prozent zunehmen. Dies ist das Ergebnis aktueller Untersuchungen, die Tetra Pak – der Weltmarktführer von Verarbeitungs- und Verpackungslösungen für Nahrungsmittel – im Tetra Pak-Milchindex veröffentlichte. Dank diesem Index schafft das Unternehmen einen neuen, halbjährlich erscheinenden Bericht über Konsumtrends in der Milchindustrie, der Milchproduzenten helfen soll, Wachstumschancen zu erkennen.

258 Milliarden Liter Milch
Laut dem Tetra Pak-Milchindex erreichte der weltweite Konsum von flüssigen Milchprodukten, ausgenommen Soja und alternative Milchprodukte, im Jahr 2008 eine Rekordhöhe von 258 Milliarden Litern. Das sind vier Milliarden Liter mehr als 2007 – ein Anstieg um 1,6 Prozent. In den vergangenen vier Jahren verzeichnete der weltweite Konsum von Milch und anderen Flüssigmilchprodukten eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 2,4 Prozent. Und dies trotz einschneidender Preiserhöhungen in den letzten beiden Jahren. Die Milchpreise waren in einigen Märkten um bis zu 75 Prozent gestiegen, bevor sich die Lage Ende 2008 stabilisierte.

«Milch ist ein Grundnahrungsmittel und wird weltweit als wesentlicher Bestandteil einer gesunden
und nährstoffreichen Ernährung für alle Altersgruppen gesehen», erklärt Dennis Jönsson, Präsident und CEO der Tetra Pak-Gruppe. «Wir erwarten zwei Trends, die den weltweiten Milchkonsum in den nächsten drei Jahren weiter steigern werden: ein kontinuierliches Wachstum in den Schwellenländern und eine Verlagerung hin zu mehr verpackter Milch. Verpackte Milch ist weiterhin auf dem Vormarsch. Ausschlaggebend dafür sind hauptsächlich Gesundheits- und Sicherheitsaspekte sowie der Wunsch nach mehr Komfort in Zeiten, die immer mehr von Hektik und Mobilität geprägt sind.»

Schwellenländer sind entscheidend
Fast 96 Prozent des weltweiten Konsumanstiegs entfallen auf Schwellenländer Das stärkste Wachstum in der weltweiten Milchindustrie – 95,8 Prozent in den letzten vier Jahren – verzeichnen Schwellenländer wie Indien, Pakistan, China und der Nahe Osten. Diese Märkte erleben einen schnellen Anstieg des Konsums von Milch und anderen Flüssigmilchprodukten. Gründe dafür sind die ständig wachsende Bevölkerung, höhere Haushaltseinkommen, neue Ernährungs-Trends und ein gestiegenes Bewusstsein für Ernährung sowie eine bessere Verfügbarkeit von Milchprodukten. So stieg beispielsweise in China der Konsum von Flüssigmilchprodukten zwischen 2005 und 2008 um eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 13,4 Prozent und erreichte 2008 die Rekordhöhe von 27 Milliarden Litern. Berücksichtigt man zudem Soja und Milchalternativen wie Reis-, Nuss- und Getreidemilch sowie Milch, die auf der Grundlage von Saatgut hergestellt wird, erhöht sich diese Zahl auf 39,4 Milliarden Liter.

Anteil verpackter Milch nimmt zu
Verpackte Milch: Anteil von 72 Prozent am weltweiten Konsum bis 2012 Ein weiterer Faktor, der besonders in den Schwellenländern das Wachstum ankurbelt, ist eine grundlegende Änderung in der Art, wie Flüssigmilchprodukte verpackt und konsumiert werden. Von 2005 bis 2008 sank der weltweite Marktanteil von unverpackter Milch um 1,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der globale Marktanteil von H-Milch (ultrahocherhitzter Milch, die vor dem Öffnen ohne Kühlung oder Konservierungsstoffe transportiert und gelagert werden kann) um 3,2 Prozent.
Tetra Pak schätzt, dass der weltweite Konsum von H-Milch bis 2012 um eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 5,2 Prozent auf über 70 Milliarden Liter steigen wird. Dies, da der Konsum von verpackter Milch und anderen Flüssigmilchprodukten schneller als der gesamte Flüssigmilchbereich wächst und bis 2012 voraussichtlich einen Anteil von 72 Prozent am gesamten weltweiten Konsum erreichen wird.
Konsumenten sparen und beschränken sich auf das Wesentliche Jüngsten Untersuchungen des Markt- und Meinungsforschungsinstituts GfK Roper Consulting zufolge sind mehr als 31 Prozent der Konsumenten darüber besorgt, wie ihre finanziellen Mittel für ihre Lebenserhaltungskosten und alltäglichen Ausgaben ausreichen. Dies veranlasst die Käufer von Milchprodukten immer häufiger dazu, zu günstigeren Marken oder – sofern verfügbar – Eigenmarken zu greifen. In Westeuropa machen Eigenmarken inzwischen beinahe 36 Prozent des gesamten Umsatzes von weisser Milch (frischer und H-Milch) aus. «In Anbetracht der heutigen Wirtschaftslage ist davon auszugehen, dass viele Konsumenten wieder zum Wesentlichen zurückkehren», erläutert Jönsson. «So ist es beispielsweise möglich, dass sie höherwertige Produkte im oberen Preissegment, zum Beispiel Joghurt- Getränke, durch weisse Milch ersetzen oder statt Premiummarken eher günstigere Marken kaufen. Dennoch erwarten wir in naher Zukunft ein kontinuierliches Wachstum im weltweiten Milchmarkt.» pd/hps



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