Ist der Getränkekartons nicht mehr ökologisch?
Der Getränkekartons sei nicht mehr «ökologisch vorteilhaft« und solle nicht mehr pfandbefreit sein. Dies fordert ein deutscher Umweltverband.
«Öko»-Verpackungen?
Heute verkaufte Getränkekartons erfüllen nach Darstellung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht mehr die Kriterien, die ihr vor annähernd zehn Jahren das Prädikat «ökologisch vorteilhaft» eingebracht haben. Getränkekartons bestünden immer mehr aus Kunststoff und Aluminium und immer weniger aus Zellstoff und seien im Schnitt deutlich schwerer, beklagte die DUH vergangene Woche in Berlin.
Die heutigen Getränkekartons hätten mit den um die Jahrtausendwende im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) aufwändig begutachteten Pappkartons nicht mehr viel gemein. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Re s c h forderte deshalb eine Aktualisierung der «veralteten» Ökoanalysen, die der Einstufung von Getränkekartons als ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen zugrundeliegen. Untersuchungen der DUH zeigen, dass heute Kunststoffverpackungen mit Papierüberzug als Getränkekartons vertrieben werden. Sie werden größtenteils nicht mehr oder nicht mehr hochwertig recycelt. Damit steht praktisch fest, dass die Befreiung dieser Einweggetränkekartons von der Pfandpflicht nicht mehr gerechtfertigt ist.
Laut Schätzungen der DUH dürften von jährlich etwa 219 500 t in Verkehr gebrachter Getränkekartons nur rund 105 500 t an trockenem und sauberem Verpackungsmaterial für die Verwertung übrig bleiben. Gemäß der geltenden Verpackungsverordnung sind Säfte, Milch, Spirituosen, Sekt und Wein sowie alle Getränke in «ökologisch vorteilhaften» Verpackungen, zu denen die Getränkekartons zählen, vom Pflichtpfand befreit. pd/hps
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