News vom 07.04.2010

Hochdorf kauft sich in Litauen ein

Die Hochdorf-Gruppe beteiligt sich zu 30 Prozent an einem Milchverarbeitungswerk in Litauen. Und das letztjährige Geschäftsergebnis des Unternehmens ist negativ.

Die Hochdorf-Gruppe erzielte mit einem Bruttoumsatz von 360,8 Mio. Franken (Vorjahr: 392,5 Mio.; –8,1%) und einer verarbeiteten Milchmenge von 320,4 Mio. Kilo (359,4 Mio. Kilo, –10,8%) die zweithöchsten in ihrer Geschichte erzielten Werte, teilt das Unternehmen am 7. April 2010 mit. Die umgesetzten Devestitionen und Restrukturierungen führten zu einer Verbesserung der Bruttogewinnmarge von 22,3 auf 25,1%.

Trotz der operativen Fortschritte erwirtschaftete das Unternehmen einen Unternehmensverlust von 4,9 Mio. Franken (2008: Reingewinn von 1,6 Mio. Franken). Das unbefriedigende Resultat sei hauptsächlich auf die Verkäufe von wenig profitablen Geschäftsbereichen zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung. Diese Devestitionen führten zu Sonderkosten in der Höhe von 5,5 Mio. Franken. Vor allem die zeitgerechte Abstimmung zwischen Milchbeschaffung (Preis und Menge) und (internationalem) Produktabsatz in einem sehr volatilen Milchmarkt, die Wirtschaftskrise sowie der starke Schweizer Franken verhinderten bessere Erträge.

Sprung ins Ausland

Im Hinblick auf das Agrarfreihandelsabkommen mit der EU und weiteren Grenzöffnungen, hat sich die Hochdorf Swiss Milk AG für ein Engagement im EU-Raum entschieden. Sie übernimmt rückwirkend per 1. Januar 2010 eine 30-Prozent-Beteiligung des Milchwerkes UAB MGL Baltija in Litauen von der Molkereigesellschaft Lauingen, einem langjährigen Geschäftspartner. Der gegenseitige Vertrag sieht vor, dass die Hochdorf Swiss Milk AG das Werk mittelfristig vollständig übernehmen wird.

«Das Werk befindet sich im Nordosten Litauens, in Medeikiei bei Birzai, und verarbeitet jährlich rund 70 Mio. Kilo Milch zu Milchproteinen sowie weiteren Milchingredienzien für die Lebensmittelindustrie», erklärt Werner Schweizer, Geschäftsführer der Hochdorf Swiss Milk AG. Litauen habe sich in den letzten Jahren enorm entwickelt und die baltischen Staaten verfügten über grosse Agrarreserven, erläutert Werner Schweizer weiter.

Verbesserte Produktivität
Die Hochdorf-Gruppe hat sich auf die drei Kernprozesse (Trocknen, Mischen, Weizenkeimveredelung) fokussiert. «Mit dem Verkauf der drei Bereiche ‹Nasskost› (Babynahrung in Gläschen), ‹Dragée› und ‹Top Cup›, dem Flüssigproduktbereich Tonika und der Auslagerung der Héliomalt-Produktion ist uns ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gelungen», ist Damian Henzi, CEO der Hochdorf-Gruppe, überzeugt.

Zukunftsweisend für die Nahrungsmittelgruppe sei die Grossinvestition am Standort Sulgen, heisst es. Mit dem Bau der Sprühturmlinie 8 verfügt die Hochdorf-Gruppe ab diesem Frühjahr über einen der modernsten Sprühtürme der Welt zur Produktion von Babynahrung und Milchpulver. Die Sprühturmlinie besitzt eine Leistung von über drei Tonnen Trockenmasse je Stunde. Darauf abgestimmt ist auch die Leistung der zugehörigen Dosenabfülllinie. Mit der Investition von rund  60 Mio. Franken mache die Hochdorf-Gruppe einen bedeutenden Schritt in Richtung EU-Kostenniveau.

Ausblick ins 2010 – Erhöhung der Rentabilität
«Im laufenden Geschäftsjahr ist für uns eine Erhöhung der Rentabilität zentral», erklärt Damian Henzi ein Ziel der Gruppe für das Geschäftsjahr 2010. Die grössten Unsicherheitsfaktoren bilden die Wirtschaftskrise mit einem weiteren Absinken der Konsumentenstimmung und mögliche milchpolitische Kehrtwendungen – weg vom aktuellen Weg der marktwirtschaftlichen Ausrichtung der Agrarpolitik. «Zudem muss uns die schwierige Synchronisierung von Milchbeschaffung und Produktverkauf besser gelingen. Mit den bisherigen Learnings werden wir das schaffen», ergänzt Henzi. mig



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