News vom 01.07.2010

Brüssel sieht Entspannung im Milchmarkt

Der europäische Milchmarkt scheint ins Lot zu kommen. Dies zeigt der vierteljährlich publizierte Milchbericht.

Der jüngste Abverkauf von Interventionsbutter hat sich bislang nicht negativ auf das EU-Milchpreisniveau ausgewirkt. Diese Einschätzung vertritt die Europäische Kommission in ihrem vierteljährlichen Milchbericht, der den EU-Agrarministern am 29. Juni in Luxemburg vorgestellt wurde.

Nach Angaben der Brüsseler Behörde sind die Preise für Butter und Vollmilchpulver am EU-Binnenmarkt seit dem vorangegangenen Bericht vom März um 23% auf 3,36 Euro/kg beziehungsweise 2,95 Euro/kg gestiegen. Käse legte im Schnitt um ein Fünftel zu.

Die jeweiligen Interventionspreise wurden zuletzt deutlich übertroffen. Für April wurde ein durchschnittlicher Erzeugermilchpreis von 27,7 Cent/kg ermittelt. Deutschland lag einen Cent darunter. Insgesamt schwankten die Notierungen zwischen 50,6 Cent/kg auf Zypern und 23,3 Cent/kg in Rumänien.

Der saisonale Anstieg der Anlieferungsmenge im Frühling hat nach Angaben der Kommission dank der festen Notierungen für Grundprodukte nicht zu einer Verringerung des Milchpreises geführt. Im Gegenteil, mehrere Grossmolkereien hätten für die nächsten Monate höhere Preise angekündigt, hiess es.

Die Magermilchpulverexporte der EU in Drittländer haben sich während der ersten vier Monate 2010 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum trotz des Wegfalls der Erstattungen auf gut 119 000 t mehr als verdoppelt, während die Käseausfuhren um rund 20% auf annähernd 202 000 t stiegen.

Die Butterlieferungen kletterten um 11% auf fast 42 000 t, die Molkenpulverexporte um 7% auf 114 200 t. Zurück gingen unter anderem die Vollmilchpulverausfuhren, nämlich um 10% auf 143 000 t.

Das Papier wurde im Ministerrat nicht ausführlich diskutiert. Frankreich und Ungarn riefen die Kommission auf, beim Interventionsverkauf weiter Vorsicht walten zu lassen, um den Markt nicht erneut durcheinanderzubringen.

Die spanische Ratspräsidentschaft verwies auf das nächste Treffen am 12. Juli, bei dem der Abschlussbericht der hochrangigen Expertengruppe zum Milchsektor erstmals auf den Tisch kommen soll. age



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