News vom 22.08.2010

Urs Riedener: «Wir haben 40000 Kühe zuviel

Für Emmi-Chef Urs Riedener ist der Bestand von 708000 Kühen zuviel. Vordringlich solle durch die Solidaritätsabgabe nun der Butterberg abgebaut werden.

«Es nützt uns nichts, wenn wir mit einem neuen Produkt ein paar Millionenwachsen, aber mit etablierten Produkten Dutzende von Millionen verlieren». Dies sagt Emmi-Chef Urs Riedener im Interview mit der Zeitung Sonntag. Denn vor allem international könnte es sich Emmi nicht leisten, eine Menge unterschiedlicher Produkte zu führen denn dies würde dem Konzern langfristig die Existenz kosten, wenn Emmi sich nicht aufs Wesentliche konzentrieren würde.

Ausserdem bestätigte der Firmenchef, dass nach der jüngsten Preiserhöhung, verursacht durch den tiefen Eurokurs, ein französischer Kunde mehrere hundert Tonnen Schweizer-Käse stornierte und durch «anderen» ersetzte.

Zum Milchmarkt äusserte sich Riedener wie folgt: «Wir exportieren Milch von 2800 Bauernbetrieben pro Jahr. Wenn wir im Ausland nicht erfolgreich sind, können diese 2800 Bauernbetriebe nicht überleben. Deshalb sollte auch unser Eigentümer daran interessiert sein, dass wir im Ausland erfolgreich sind».

Riedener will laut Interview eine gesunde Produzentenbasis, wenn Produkte aus der Schweiz exportiert werden sollen. Weiter sei der Milchpreis von 65 Rappen vernünftig und marktfähig. Doch wichtigster Schritt sei nun der Überschussabbau. Es seien 40000 Kühe oder 5 bis 6 Prozent Milch zuviel im Schweizer Markt.

Riedener äusserte sich enttäuscht darüber, dass Beschlüsse der Branchenorganisation Milch (BOM) von gewissen Akteuren nicht umgesetzt werde. Ebenfalls enttäuscht ist er über die mangelnde Solidarität im Butterentlastungsfonds. Denn wenn nur 80 Prozent der Marktteilnehmer einzahlen würde bleibe der Butterberg bestehen. Bei 90 Prozent könnte er abgebaut werden. hps



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