News vom 14.02.2011

EU will gentechnikfreie Regionen erlauben

Die EU-Mitgliedsstaaten sollen künftig selber entscheiden können, wo und wie viel Anbau von gentechnischveränderten Pflanzen sie erlauben wollen.

Die Europäische Kommission treibt gegen den Widerstand von EU-Staaten, Europaparlament und Umweltschützern die Re-Nationalisierung der Anbaugenehmigung für gentechnisch veränderte Pflanzen voran. Die Mitgliedstaaten sollen künftig ihr ganzes Land oder einige Regionen zum gentechnikfreien Raum erklären können, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung ein internes Papier der Kommission.

Sie können sich dabei auf verschiedene Gründe berufen, von ethischen Bedenken über den Schutz kulturellen Erbes bis zum Schutz von Ökosystemen. Das Zulassungsverfahren selbst will die Kommission beibehalten. Eine neue Pflanzensorte würde also für die gesamte EU zugelassen, die Staaten könnten den Anbau aber einzeln unterbinden. Nicht verbieten könnte ein Staat aber die Einfuhr von gentechnisch verändertem Futter oder Lebensmitteln.


Die Kommission will mit dem Vorschlag den seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen Gegnern von Gentechnik wie Österreich und Befürwortern wie Spanien aufbrechen. Vor allem aber erhofft sie sich wohl eine schnellere Genehmigung gentechnisch veränderter Pflanzen oder von aus solchen Pflanzen hergestellten Futter- und Lebensmitteln. Heute vergehen wegen der Widerstände einiger Staaten und des komplizierten Zulassungsverfahrens oft Jahre, bis neue Sorten in der EU genehmigt werden. pd



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